Profil
Leitbild
Das Fachgebiet "Entwicklung von Anwendungssystemen" betrachtet die Wirtschaftsinformatik vorrangig als eine spezielle Ingenieurwissenschaft (z.B. Enterprise Engineering). Zu ihren Forschungsbereichen zählen sowohl die Informationstechnologien an sich als auch die Organisationen und nicht zuletzt der auf sprachlicher Basis Informationen verarbeitende Mensch. Gleichzeitig handelt es sich bei der
Wirtschaftsinformatik um ein angewandtes Forschungsgebiet, dessen Theorien engen Bezug zur Praxis und zum konkreten IT-Einsatz beruflich wie privat agierender Menschen haben. Das Fachgebiet betreibt seine Forschung daher sowohl auf technologischen als auch organisatorisch-ökonomischen sowie Menschbezogenen Gebieten und kombiniert diese drei Aspekte zu ganzheitlichen Lösungen, die in verschiedensten Anwendungsbereichen ingenieurmäßig umsetzbar sind.
Kernkompetenzen
Das Fachgebiet Entwicklung von Anwendungssystemen beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung und dem Management
betrieblicher Anwendungssysteme, die vor allem folgende Komponenten umfassen:
- Organisation, Planung und Durchführung von Projekten in der Anwendungssystem-Entwicklung
- Rekonstruktion von Wissen und Information auf der Basis von (Sprach-) Logiken
- Daten-, Workflow- und Prozess-Management
- Ganzheitliches Management und Entwickeln von Anwendungssystemen
- Prozesszentrischer Einsatz von Informationstechnologien in Unternehmen und Verwaltungen
Die Organisation und Planung der Anwendungsentwicklung umfasst die Einführung einer unternehmensweiten
Anwendungsentwicklungsumgebung (AEU) als integrierte Architektur. Diese umfasst die Komponenten Vorgehensmodell,
Methoden der Anwendungsentwicklung, Werkzeuge, Qualitätssicherung, Projektmanagement, Vorgangssteuerungssystem
(Workflowmanagement), Repository (zentrale Dokumentation und Ablage der Entwicklungsergebnisse) sowie Standards
und Normteile.
Die Rekonstruktion des Faktors Information und der Ressource (Ware) Wissen umfasst sowohl die strategische
Informations- und Wissensplanung sowie die Gestaltung bzw. Führung der Informationsverarbeitung als auch die
Wissensmodellierung und Datenmodellierung im engeren Sinne (unternehmensweites Datenmodell, rekonstruierte
Fachsprachen).
Flankiert werden die obigen Aspekte der Organisation und Planung sowie der Rekonstruktion der Informationsverarbeitung
durch eine zentrale IT-Infrastrukturbewertung, die sich mit der Sicherheit und Verfügbarkeit von Informationssystemen
befasst und diese - auch organisatorisch - zu optimieren sucht.
Auf Grund der intensiven Beschäftigung auch mit technischen Fragestellungen hat das Fachgebiet eine weitere zentrale
Kompetenz auf dem Feld der (betrieblichen) Anwendungsentwicklung erlangt. Diese umfasst vor allem datenbankgestützte
Informationssysteme (von XML-basierten bis hin zu Data Warehouse Anwendungen), Workflowmanagement-Anwendungen,
komponentenbasierte Anwendungen, Wissens-Repositories, Web-Services und Technologien des Mobile Computing.
